im kontext 2012 – Eine Nachlese
Am 20. März fand in Innsbruck Igls das mittlerweile vierte im kontext Projektmanagement Forum statt und widmete sich heuer dem Thema Risikomanagement.

Gleich vorweg mein Resümee: Diese Veranstaltung war eine Reise wert. Eine sehr gute Größe, um keinen "Information overflow" zu erleiden. Der Congresspark Igls ist für "Öffi"-Reisende zwar etwas abgelegen, dafür entschädigt aber allein der Ausblick schon. Von den 10 Vorträgen konnte ich auf Grund der parallelen Streams – das ist etwas, was ich eigentlich gar nicht mag, diese erzwungene Entscheidung bei der immer das Gefühl mitschwingt, etwas versäumt zu haben – fünf selbst mitverfolgen. Bei zwei Vortragenden stellte sich allerdings die Frage, ob sie das Thema der Veranstaltung mitbekommen haben. Der Rest war gut bis sehr gut.
Besonders der Vortrag von Helmut Lunner, COO der Olympischen Jugendspiele 210 GmbH war ein Volltreffer.

Helmut Lunner hat aufgezeigt, wie einfach Risikomanagement sein kann und welche Ergebnisse damit erzielt werden können. Es wurde der gesamte Risikomanagement dargestellt, von den ersten Ideen über die Konzeption und Implementierung des Prozesses selbst bis hin zu den verwendeten Werkzeugen zur Risikobewertung und Risikodarstellung.
Die Eintrittswahrscheinlichkeiten wurden nicht in Prozent sondern durch die Bewertungen "Häufig - Wahrscheinlich - Unwahrscheinlich - Gering" beschrieben. Die Auswirkungsmatrix wurde als 4x4 Matrix aufgesetzt und beinhaltete die Aspekte "Finanziell - Human - Ansehen - Unterbrechung der Spiele" mit den Bewertungen "Extrem - Hoch - Mittelmäßig - Niedrig".
Ein einfaches Schema, das aber genau zeigt, worauf es ankommt. Risikomanagement braucht eine einfache und anwendbare Methode, um die unterschiedlichen Einschätzungen und Erfahrungen der beteiligten Personen in eine gemeinsam bearbeitbare Form zu bringen. Der Focus liegt auf dem gemeinsamen Erzeugen von Risikobildern und dem Festlegen, wie mit den Risiken umgegenagen werden soll.


Nach langer Suche haben wir endlich die passenden Räumlichkeiten in der Stadlergasse in Wien XIII gefunden. Doppelte Bürofläche und Blick auf den Künigelberg - was will man mehr. Die neuen Büroräume teilen wir uns übrigens mit sprechmeister und grafikschweinchen, unserer Grafikagentur.
Das Organisationskomitee unter der Leitung von Stefan Hagen beschreibt die Vision des pmCAMP! folgendermaßen: Projektmanagement lebt und entwickelt sich. Vielfältige Einflüsse verwischen den State-of-the-Art. Die klassischen Gralshüter des Projektmanagement hecheln hinterher, bemüht, die eigenen Pfründe zu sichern. Eine unabhängige, offene und kollaborative Standortbestimmung jenseits des Einflusses großer PM-Organisationen ist unser Ziel. Gängige Standards sind für uns nur eine Facette des immer vielfältiger werdenden PM-Kosmos. Spannend wird es dort, wo die klassische Lehre im (scheinbaren) Gegensatz zu neuen Strömungen steht. Wir wollen weniger aus theoretischer Sicht und akademischem Interesse, sondern vor dem Hintergrund der Frage: „Was funktioniert in der Praxis?“ diskutieren. Denn kein Projekt gleicht dem anderen. Was in einem Projekt gut funktioniert kann in einem anderen schädlich sein. Die zum Teil unterschiedlichen Ansätze lassen sich nicht widerspruchsfrei unter einen Hut bringen. Wir sind aber der Überzeugung, dass eine gegenseitige Befruchtung möglich und dringend notwendig ist. Im gleichberechtigten Austausch und der Auseinandersetzung mit Kollegen kann und soll jede(r) ein echtes Gefühl dafür entwickeln wann welcher Ansatz hilfreich sein kann. Ein spannende Veranstaltung, die - so vermuten wir - wesentlich mehr praktische Ergebnisse liefern wird als die großen PM-Messen und PM-Kongresse. Und die hoffentlich nächstes Jahr fortgesetzt wird.





